Wie Achtsamkeit das Gehirn verändert

denkenbuddhaWeil sich unser Gehirn auf alles das konzentriert, was unser Überleben gefährden könnte, haben wir besondere Sensoren für negative und potenziell gefährliche Situationen entwickelt. So werden angstbesetzte Erfahrungen im limbischen System besonders gut gesichert und jeder neue Impuls auf solche vorhandenen Erfahrungen überprüft.

Für negative Erfahrungen gilt daher das Klett-Prinzip, sie bleiben gut haften. Da diese besonders wichtig sind und unser Gehirn nicht dafür zuständig ist, dass wir glücklich sind, entwickeln die meisten Menschen eine eher mürrische Amygdala, die quasi die Datenbank für die Bewertung von Erfahrungen ist.
Für positive Erfahrungen hingegen gilt das Teflon-Prinzip: da diese nicht überlebensnotwendig sind, gleiten sie ab und hinterlassen keinen nachhaltigen Eindruck.

Rick Hanson lehrt die Kunst der achtsamen Wahrnehmung positiver Erfahrungen mit allen Sinnen und ihrer Verstärkung für dauerhafte Wirkung im Gehirn.
Wer seine Wahrnehmung täglich auf viele kleine positive Erfahrungen konzentriert, wird allmählich sein Gehirn in diese Richtung verändern. Je mehr wir positive Erfahrungen verstärken, um so mehr wird ein positives Erleben dann auch unsere Wahrnehmung prägen. Diese Fähigkeit des Gehirns, die erfahrungsabhängige Neuroplastizität, gibt uns die Möglichkeit neue synaptische Verbindungen zu erstellen, die uns unterstützen mit Negativem umzugehen und damit insgesamt resilienter zu werden. Es geht dabei nicht um positives Denken, dieses wäre Stress-verstärkend! Die Wirkung tritt nur ein, wenn Denken und Fühlen in die gleiche Richtung gehen.

Rick Hanson ist der wohl bekannteste Achtsamkeitstrainer, der seine wirkungsvollen Techniken in einer Lebenskrise entwickelt hat zu einer Zeit als Achtsamkeit noch weitgehend unbekannt war. Darüber hinaus ist er Neuropsychologe und vermag sehr anschaulich und bildhaft zu beschreiben, worin die Chancen des achtsamen Umgangs mit unseren Erfahrungen liegen. Die Kunst, die Hanson lehrt, besteht in der achtsamen Wahrnehmung auch kleinster positiver Erfahrungen und ihrer Vertiefung mit allen Sinnen, in Dauer und Intensität. Die regelmässige Anwendung führt zu neuen Verbindungen im Gehirn, die auf neuronaler Ebene zu innerer Gelassenheit und Stress-Stabilität führen.

Sehr empfehlenswert, ein Klassiker in der Fülle der Achtsamkeitstitel, in den ich immer wieder gerne reinlese.